Deir Yasin ist ein arabisches Dorf, heute Teil des im Nordwesten Jerusalems, in dem am 9. April 1948 ein Massaker stattfand.
Die zionistischen militärischen Untergrundorganisationen Irgun Tzwai Le’umi (IZL) und Lechi (LHI) töteten über 100 Bewohner, darunter Frauen und Kinder.
IZL und LHI nutzten die Opferzahlen, um Angst und Schrecken unter den Arabern zu verbreiten und um sie aus dem Land zu vertreiben.
Die Gewalttat löste Panik unter der arabischen Bevölkerung aus. Infolge dieses Massakers waren bis zum eigentlichen
Beginn des Palästinakriegs am 14. Mai 1948 – also binnen 35 Tagen – bereits zwischen 250.000 und 300.000 arabische Palästinenser
geflohen oder wurden vertrieben. Die Schockwirkung des Massakers war auch deswegen groß, weil Deir Yasin als ein „kooperatives” Dorf galt,
das versucht hatte, sich mit der wachsenden jüdischen Präsenz in Palästina zu arrangieren.
Die Aktion wurde vom späteren israelischen Premierminister und Friedensnobelpreisträger Menachem Begin kommandiert.
Begin verteidigte auch später noch das Massaker:
„Das Massaker von Deir Jassin hatte nicht nur seine Berechtigung – ohne den ,Sieg‘ von Deir Jassin hätte es auch niemals einen Staat Israel gegeben.“
Die Tat wurde später in der innenpolitischen Debatte gegen Begins Partei Cherut und Likud verwendet.
Der Anteil der Hagana blieb unklar.